Bauschäden mit Folgen

Industrie, Handel und grosse Dienstleistungsbetriebe dominierten lange das Binz-Quartier. In den Nullerjahren entdeckte das Kreativgewerbe und Wohnungssuchende das Stadtgebiet für sich. Das veränderte auch die Liegenschaften an der Bühlstrasse 39 und 41 – buchstäblich! Die ungenügende Baugrubenabsicherung der benachbarten Überbauung Talwiesen führte zu Setzungsschäden vor allem am Gebäude Bühlstrasse 39.

Eine Mikropfählung stabilisierte zwar die Bauten rasch wieder, doch es bestand weiterer Handlungsbedarf: Setzungsschäden machten die Sanierung der Kellerräume, Kanalisation und Balkonstützen zwingend. Und auch an den Fassaden hinterliess das bauliche Missgeschick Schäden, die eine umfassende Erneuerung anzeigten.  

Die Stiftung PWG stand vor der Entscheidung, die heutige Liegenschaft durch einen Neubau zu ersetzen oder etappenweise zu sanieren. Die Mieten in einem Neubau wären jedoch einiges höher geworden. Weil zudem die heutigen Wohnungen über gute Grundrisse verfügen und ein Neubau wenig Mehrfläche brächte, kam die zweite Variante zum Zug.

So gestalteten wir 2007 zunächst den Aussenraum neu. 2010 folgte die Reparatur der Bauschäden. Beide Häuser erhielten zudem neue Fenster. Die Dächer und Dachterrassen wurden ausgebessert und, wo bauphysikalisch sinnvoll, nachgedämmt. Gleichzeitig erneuerten wir die Küchen, Bäder und Steigleitungen, die das Ende ihrer Lebensdauer erreicht hatten.

Kern der Aufgabe war es, Küchen, Bäder und separate WC zu sanieren sowie die sanitären- und elektrischen Installationen zu erneuern. Bei den vielen verschiedenen Grundrissen keine einfache Aufgabe. Zudem wollten die neuen Bauteile auf die bestehenden Materialien und Bauteilen abgestimmt sein. Schliesslich sollten die Umbauarbeiten die übrigen Wohnungsbereiche möglichst nicht tangieren.

Die Architekten Vollenweider Baurealisation meisterten die Aufgabe mit Mut zur Eigenwilligkeit. In den Nasszellen sahen sie Keramikplatten mit aussergewöhnlichem floralen Muster vor, das sie im Treppenhaus in gemalter Form wiederholten. In den Wohnräumen kamen ausschliesslich wohngesunde Farben zum Einsatz, was den Mietetenden viel Freude bereitete (den Malern etwas weniger).

Die Arbeiten wurden von April bis November 2010 ausgeführt. Die Mietenden konnten während der Bauarbeiten in ihren Wohnungen bleiben.

867 An der Schnittstelle zwischen Binz und Wiedikon

865 Den Aussenraum haben wir bereits 2007 aufgewertet

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